Freitag, 31. Mai 2013

Etappe 5 von Gemünd nach Steinfeld

Hey Ihr.....schön dass Ihr vorbeischaut.

Wer meine Geschichte bis hierher verfolgt hat, der weiss ja dann, dass ich gerade auf einem längeren Trip in der Eifel bin. Gestern erst liefen wir die 4. Etappe von Einruhr nach Gemünd, wo wir unser Quartier aufgeschlagen hatten. Dieses Hotel.....also einfach nur klasse.

Aber wer mehr darüber erfahren möchte, muss meine Geschichte weiter verfolgen :-D

Heute stand also die 5. Etappe auf dem Plan. Mit "lächerlichen" 17,9 km sollte ich diese auf einer Backe absitzen und auch meine Beiden da vorne.....also Fraule und Herrle sollten heute keinen Grund zur Klage haben.

Die 5. Etappe führte uns von Gemünd hinüber zum Kloster Steinfeld. Leider sollten wir heute weniger Glück mit dem Wetter haben, als noch am Tag zuvor. Es regnete und das nicht zu knapp.
Das Frühstück wurde ein wenig in die Länge gezogen in der Hoffnung, dass der Regen noch aufhörte oder zumindest nachliess - dem sollte aber leider nicht so sein.

Also wurden die Rucksäcke wasserdicht verschnürt und so legten wir los. Bäh.....fies.....kaum 5 Minuten unterwegs sahen Momo und ich bereits aus wie die Schweine. Brauchte Fraule und Herrle ja net kümmern.....die hatten ja Gore-Tex am Leib. Prima....und an uns siffelte es schon richtig hinunter....pfui deibel sag ich da bloß!! Aber das notiere ich mir alles brav in meinem Büchlein......bekommste alles wieder zurück - versprochen!!

Gleich von Anfang an zog ein schmaler Pfad den Wald hinauf. Keine besonders anspruchsvolle Steigung, aber der Boden war ohnehin schon sehr feucht durch den Regen der letzten Tage und der Dauerregen heuer machte es nicht wirklich besser. Tiefer Matsch erschwerte den Aufstieg und nicht nur einmal rutschten Fraule und Herrle mal aus - gottseidank ohne grösseren Schaden.




Nach einiger Zeit erreichten wir einen befestigten Waldweg, auf dem es sich eindeutig besser lief. Der Wegeverlauf war schön.....wenn nur das Siffelwetter nicht gewesen wäre. Wir befanden uns auf direktem Weg Richtung Olef. Auf dem Weg dorthin erreichten wir nach etwa 2 Kilometern die Schutzhütte Kuckucksley.....hmmm gestern Kickley, heute Kuckucksley.....nicht besonders originell die Namensfindungen ;-)

Wir nutzten die Schutzhütte für eine kleine Rast, wo wir einen Happen Futter bekommen sollten. Herrle indes kramte seine Kamera hervor um von dem Aussichtspunkt eine Aufnahme zu machen, rummelte aber mit seinem Schädel kurzerhand vor den Türholm, dass ich dachte, die Hütte würde einstürzen. Fraule kicherte und auch ich fand's eine tolle Einlage von meinem Herrle, die Stimmung ein wenig aufzuhellen.

es muss der Nebel gewesen sein.....

der Herrle die Sicht vernebelt hatte. Dieses Brett war zu tief....*hihi*
Er knipste geschwind noch ein Foto, packte die Kamera ein und murmelte was von wegen "doofe Hütte..." und ".....wenn du das nochmal machst fackel ich dich ab!" Haha....das möcht ich gerne sehen......ist doch alles klatschnass, da braucht's sicherlich ein paar Liter Brandbeschleuniger, sonst passiert da nüscht ;-)

Wohlgemerkt......es handelte sich dabei um ein "Streitgespräch" zwischen meinem Herrle und dieser Schutzhütte.

Von hier führte ein schmaler, in serpentinen angelegter Pfad den Wald hinunter auf den breiten Waldweg. Hier war äusserste Vorsicht geboten, denn erstens war Herrle noch immer geladen und rieb sich den Kopf und zweitens war der Boden sowas von glitschig, dass es nur eine Frage der Zeit werden sollte, ehe hier jemand die Grätsche machte - doch Geduld, dazu später mehr ;-)

Endlich auf dem breiten Waldweg angekommen, führte dieser uns langsam bergab zur B265. Bevor wir diese jedoch querten, bog der Weg nochmals ab und führte wieder leicht hinauf, aber stets parallel verlaufend zur Bundesstrasse. Erst jetzt schlug der Weg langsam weiter nach rechts und brachte uns endlich fort von der Bundesstrasse. Hier sollte es ruhiger werden, aber im Wald schufteten ein paar Waldarbeiter herum mit ihren schweren Maschinen - bei DEM Wetter!!!


genauso ist es!

auf dem Weg hinunter nach Olef

Wir erreichten nun eine kleine Bank, die aber nicht zum Verweilen einlud und hier machte der Weg einen scharfen Knick nach links und führte uns auf der anderen Talseite wieder hinab Richtung B265. In einer Rechtskurve verliessen wir den breiten Waldweg und folgten einem nunmehr wieder matschigen, schmalen Weg hinab, welcher uns direkt an die Bundesstrasse brachte. Diese mussten wir nun überqueren um über die Brücke zunächst über die Olef selbst und dann in die selbige Ortschaft zu gelangen.


Ich sagte es bereits einmal und wiederhole mich gerne - nicht besonders originell die Namensfindungen. Olef an der Olef....naja ;-)

So....und hier in Olef kam es zu einem dramatischen Zwischenfall. Herrle blieb unvermittelt stehen, weil er zur Rechten etwas erblickt hatte, was er fotografieren wollte. Fraule indes entdeckte links etwas, was ihre ganze Aufmerksamkeit erforderte. Dabei bemerkte sie jedoch nicht, dass mein vorausgeeiltes Herrle inzwischen stehenblieb und so geschah was geschehen musste: Fraule rennt Herrle halb um, der wiederum turbelte nun unkontrolliert umher und rempelte MICH dabei erst fast um und zur Krönung trat er mir dann noch auf die rechte Pfote - dieser Vollhorst!!

Laut jaulend brüllte ich meinen Schmerz durch Olef, dass alle.....ja ALLE es auch mitbekommen sollten.

Gottseidank hat mein Herrle in den vergangenen 12 Monate ordentlich abgespeckt - nicht auszudenken was meiner zarten Pfote widerfahren wäre, hätten dort keine 83 sondern 98 kg draufgestanden. Man man man.....echt nochmal Glück gehabt.

für diese Bilder bezahlte ich fast mit meinem Leben.....

.....fehlte nur noch, dass jetzt ein Zug anrollte
 Nachdem sich alle wieder beruhigt hatten, ging es links den Berg hinauf und schon bald verliessen wir Olef - den Ort der Grausamkeiten - und stapften einen stetig ansteigenden Waldweg hinauf. Der Regen liess allmählich nach aber der Weg war nach wie vor schwierig zu laufen.

Ging es bergauf, musste man darauf achten, dass man nicht nach hinten wegrutschte. Ging man hinab, konnte es passieren, dass die Schritte grösser ausfielen, als einem lieb sein konnte. Aber am schlimmsten waren die Wege, die schräg lagen. Die waren echt tückisch.....zog es einem die Füße erst einmal zur Seite weg, war alles verloren. Um dies zu vermeiden, lief man am besten in der dicksten Pampe, anstatt am Rand vorbei.

Endlich oben angekommen, wurde der Weg deutich besser. Schön breit und befestigt lief es sich hier viel sicherer und man konnte sich wieder ein wenig die Natur begucken, sofern es nicht nebelverhangen war.

eigentlich nicht sonderlich steil, aber wenn der Weg matschig ist, eine echte Herausforderung ;-)

let's go Eifelsteig - bei dieser Beschilderung ist Verlaufen einfach unmöglich
 ICH hatte ja weniger das Problem nach vorne zu kommen, dank "4 Pfoten Antrieb" und das Gucken in die Ferne.....pöh...warum auch? Ich schnuffelte viel lieber am Wegesrand herum und erkundete meinen ganz persönlichen Eifelsteig.

Aber was nun folgte, war der mit Abstand matschigste Abschnitt der ganzen Etappe. Kurz vor Golbach mussten wir den gut präparierten Weg verlassen und stapften in einen schmalen Waldpfad hinein, der einem fast die Schuhe auszog. Knöcheltiefer Morast, der so seifig war, dass man quasi 2 Schritte machen musste, wollte man 1 nach vorne gelangen. Das war mörderanstrengend, selbst für mich.







Am Waldrand angekommen, konnten wir Golbach vor uns liegen sehen und eine nette kleine Bank ebenso. Hier legten wir unsere heutige Rast ein, etwas abseits vom Eifelsteig. Und pünktlich zur Rast hörte der Regen nun gänzlich auf und die Sonne blinzelte vorsichtig durch die Wolken hindurch.

Hier am Waldrand haben wir es gut ausgehalten. Windgeschützt genossen wir die Aussicht über das Tal und jetzt wurden wir auch gut gefüttert. Hier war es so schön, dass ich ganz spontan zu einem Mittagsnickerchen entschloß.......aaaaahhhhhh....tut das Sönnlein so guuuuuuuuut ;-)

Blick auf Golbach

hier zu rasten machte einfach Freude
 "INDY - AUFSTEHEN!" hörte ich in der Ferne jemanden rufen.....was war'n los?? Hab doch gerade erst ein wenig geschlummert und nun soll ich aufstehen....nääää ne?

lass mich noch ein wenig schlummern, hab gerade sooooooo toll von einer alten Freundin geträumt....
 Aber doch.....es ging weiter, hinab nach Golbach. Den Ort hatten wir schnell durchquert, aber auf diesem Weg entdeckten wir dann doch so einige Sachen, die dann endlich mal doch originell waren. So zum Beispiel diese Wetterstation der Familie Braun - sehr originell ;-)


klingt eigentlich ganz plausibel oder?
Kurz hinter der Braun'schen Wetterstation erreichten wir einen kleinen Dorfladen. Hier konnte man sich stärken, wenn man dies nicht gerade 10 Minuten zuvor schon gemacht hatte. Aber hier kann man sich ebenso das ein oder andere Souvenir käuflich erwerben.

Mein Herrle ist da gleich reingestiefelt und hat sich und meinem Fraule eine Kappe des Eifelsteigs beschafft. Jetzt wo der Regen aufgehört und die Sonne zu scheinen begonnen hatte, musste auch ein entsprechender Kopfschutz her - gell Herrle....du weisst wovon ich rede ? ;-)

Gerade als wir Golbach verlassen sollten, erspähte ich noch dies hier:



Die nächsten 1,5 km verliefen recht unspektakulär. Ein gut präparierter Wirtschaftsweg führte uns nahe geradlinig immer leicht bergan Richtung der L203. Kurz vor erreichen der Landstrasse verliessen wir den Wirtschaftsweg und bogen in eine Wiese ein. Hatte ich schon erwähnt, dass die Wege ziemlich seifig und zudem sehr matschig......also so richtig matschig waren??

Nun....sollte ich noch nicht darauf hingewiesen haben, also die Wege waren teilweise in der Tat sehr matschig und seifig. Wie Betrunkene torkelten wir auf den Abschnitten umher, stets bemüht, das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Wir waren dankbar für jeden festen Weg, den wir zwischendurch mal laufen konnten. Dafür aber war die Landschaft einfach nur schön.






Wer hätte gedacht, dass die Wege Ende Mai noch so nass sein würden? Naja....Klamotten kann man waschen und gottseidank blieb weiterer Niederschlag aus. So blieben wir zumindest von oben trocken.

Nachdem wir die L203 hinter uns gelassen hatten, erreichten wir eine schöne offene Freifläche. Leider waren die Wiesen links und rechts neben dem Weg erst kürzlich geerntet worden und nun hatten Landwirte die Flächen gerade frisch eingegüllt - hmmmmmmm......ja da hätte ich doch gleich mal wieder Appetit. Aber Herrle hat's gleich von Beginn an unterbunden, so also stand diese Option nicht länger zur Debatte.



Nachdem wir die letzten Felder passiert hatten, erreichten wir die Häuser von Steinfelderheistert und hier erspähten wir sogleich ein Gehege mit gar seltsam anmutenden Tieren - was sollte das sein? Kühe kannte ich schon.....das waren's schonmal nicht. Schafe hatte ich erst gestern gesehen aber die hier sahen auch nicht wie Schafe aus....hmmmm.

Jedenfalls hat Herrle sie mal schnell abgelichtet, dabei aber stets auf ausreichend Abstand geachtet, wo er doch sonst immer Streicheleinheiten verteilen möchte. Die sind besimmt mega gefährlich, also bleib ich besser auch mal zurück ;-)




E.T. - nach hauuuuuuuuuse telefoniern!!! ;-)
Noch schnell ein letztes Bild und schon gings weiter durch den Veilchenweg hinunter aus Steinfelderheistert hinaus. Links in der Ferne konnte man unser Ziel schon erkennen - das Kloster Steinfeld.





Bevor wir aber dort ankommen sollten, hiess es zunächst noch einen letzten Anstieg zu überstehen. Zunächst führte uns der Veilchenweg talwärts bis zum Kutterbach. Diesem Kutterbach folgten wir nun auf weitere, etwa 300 Meter. Was wir dann vorfanden war interessant......der Wegweiser zeigte nach rechts ins Nichts.......das einzige was wir sahen war - MATSCH, SCHLAMM, Spuren von Wanderern die sich hier wohl mal eben "ausgeruht" und hingelegt hatten. Nun galt es, zunächst einen etwa 100 Meter langen, steilen Anstieg zu meistern. Hinaufkommen - irgendwie war die Devise.

Endlich oben angekommen war der Weg zwar noch genauso matschig, aber wir hatten es geschafft. Noch etwa 500 Meter und wir standen an den Klostermauern von Steinfeld.



Unser heutiges Ziel - geschafft. Noch schnell ein paar Eindrücke vom Kloster gesammelt.....da erblickte ich dann ein gaaaaaanz wildes Tier, das war mir aber überhaupt nicht geheuer. Stand da und glotzte mich blöde an. Irgendwoher kenne ich dieses Tier.....wenn ich bloss wüsste woher *grübel*

dieses "Ungetüm" war mir überhaupt nicht geheuer - glotzte mich unentwegt an!

Nachdem wir das Klostergelände erkundet hatten, rief mein Herrle beim Hotel an und bat um Personentransport. Zwanzig Minuten später war unser Privat-Taxi schon vor Ort und brachte uns zurück nach Gemünd ins Hotel.









Welches Hotel wollt ihr wissen? Nun.....es gibt ja noch eine 3. Geschichte und versprochen, da löse ich das Rätsel um besagtes Hotel und die lieben Menschen die soooooo gut für uns gesorgt haben.

Also dranbleiben, wenn ich Euch von unserer 3. Tagesetappe und vorerst letzten Reise auf dem Eifelsteig berichten werde. Ihr wollt doch wissen wie es weitergeht oder? ;-)

Wuff
Euer Indy



Kommentare:

  1. Gratuliere zum Abspecken - aha, ich soll mich also noch ein wenig gedulden. Freu ich mich eben auf die nächste tolle Etappenbeschreibung, um das Rätsel zu lösen. Schöne Regenbilder übrigens.

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  2. Hey Guido....

    das Rätsel IST gelöst.......es gibt ja schon die nächste Etappe ;-)

    Ja....Regenbilder sind schön...aber immer so nass *pfui deibel*

    Danke für den Eintrag

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