Sonntag, 9. März 2014

Etappe 11 von Daun nach Manderscheid

Hallo treue Leser meiner Seite,

ich bin froh Euch mitteilen zu dürfen, dass es nunmehr, nach einer 5 Monate währenden Wanderpause endlich mal wieder etwas Neues zu berichten gibt.

Schon in der Woche deutete es sich an, bestes Wanderwetter pünktlich zum Wochenende. Ich konnte hören, wie Herrle und Fraule sich darüber unterhielten, dass es endlich wieder mal so richtig ins Eifeler Wanderland, genauer gesagt, auf den Eifelsteig gehen sollte.

Am Sonntag war es dann wieder soweit. Zeitig in der Früh machte ich auf meine charmante Art und Weise klar, dass ich an diesem Tag keine Ausreden zulassen würde und so krochen "meine" Menschen noch im Morgengrauen aus den Federn.


Nach einem ausgiebigem Frühstück wurden die beiden Rucksäcke geschnürt. Herrle lud noch schnell den GPS-Track auf sein Garmin und dann schaute er noch, wo man die Autos am besten abstellen konnte.


Alle Klarheiten beseitigt? Na dann konnten wir ja endlich los. Momo der Döspaddel lief erstmal hinters Haus, dazu hatte ich keine Zeit mehr und steuerte schnurstracks den Kofferraum an: "Los Sklave - so öffne er den Kofferraum!"

Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie gut das funktioniert, müsst ihr mal probieren ;-)

"So, endlich im Auto nun können wir aber endlich....Hääääää???" Was'n nu? Wieso drehten wir jetzt wieder um? Wir sind doch gerade erst losgefahren?!??! Herrle sprang aus dem Auto und entschwand nochmals schnell in der Wohnung, ehe er kurz darauf wieder zum Vorschein kam - er hatte                 n a t ü r l i c h   mal wieder etwas vergessen. Diesmal hatte er die Einlagen seiner Wanderschuhe liegenlassen. Ich sag es Euch - irgendwann lässt der mal seinen Kopp irgendwo liegen, wie guuuuut dass er mich hat, sonst würde das in einer Katastrophe enden.

Hoffentlich hatte er nun alles beisammen, aber das würde sich später ja noch zeigen (ich kann es an dieser Stelle schon mal verraten: er hatte natürlich noch etwas vergessen, aber jetzt wollte ich mal abwarten, wie lang es dauert, ehe er es selber bemerkt).

Unser 1. Auto stellten wir am Zielpunkt Manderscheid ab und zwar auf dem Parkplatz am Rathaus. Dieser Parkplatz ist recht großzügig bemessen und liegt ein wenig versteckt. Das Rathaus liegt im Kurvenbereich einer abknickenden Vorfahrtsstrasse (L16). Dort in die Klosterstrasse einbiegen und hinter der Feuerwehr links auf den Parkplatz steuern.

Jetzt ging es flux nach Daun, wo ich es kaum noch aushalten konnte. Mit lautem Gejohle bin ich aus meiner Box entsprungen und endlich......ja endlich konnte es losgehen.

Blick auf Daun vom Wehrbüsch
Das schöne an dieser Etappe - sie führte uns sofort und ohne Umschweife in ein schönes Waldgebiet, kein blödes "Häuserzeilen-Ablaufen" oder Strassenqueren. Das war echt super hier auf dem Wehrbüsch - raus aus dem Auto, rein in den Wald.

Nur wenige Augenblicke später standen wir vor einem Denkmal. Zunächst als Siegespyramide gedacht um an den preußisch-österreichen Krieg im Jahre 1866 zu erinnern, wurde später im deutsch-französischem Krieg (1870/1871) der Beschluß gefasst, den Gefallenen Soldaten an dieser Stelle zu gedenken. Übrigens, der Adler auf der Spitze des Denkmals zeigt nach Westen auf den damaligen Feind Frankreichs.




Als wir ein Stückchen weitergekommen waren, stiessen wir im Wald auf die kleine Wehrbüschkapelle. Auch diese hatte etwas mit dem Krieg zu tun, denn sie wurde aus Dankbarkeit erbaut, weil der Wehrbüsch in den Kriegsjahren 1944/1945 vielen Familien Schutz geboten hatte.
Leider konnte Herrle nur ein Foto von aussen machen, da sich zu diesem Zeitpunkt gerade jemand in der Kapelle zum Gebet eingefunden hatte.



Aber genug der Geschichte, mir geht's in erster Linie um den Eifelsteig und die schöne Natur und davon sollten wir heute ordentlich viel geboten bekommen.

hat der jetzt echt.....also nääää, ne?

hier wohnt die Nabu-Eule
Von hier an führte uns der Eifelsteig nun stetig hinab in den Kurpark von Daun, welchen wir auf kompletter Länge Richtung Gemünden durchwanderten, ehe wir dann kurz über die Maarstrasse huschten und nun einer Zufahrtstrasse zum Gemündener Maar bergan folgten. Oben angekommen, erreichten wir ein Café wo es zudem auch noch einige Parkmöglichkeiten gab. Auch von hier lässt sich der Eifelsteig prima angehen. Übrigens......"Cheffe" hatte inzwischen festgestellt, dass er sein Handy noch vergessen hatte. Tja, ich hatte es ja gesehen, aber auf mich hört ja niemand ;-)

Kurpark Daun

Bedingt durch den Magneten "Maar" tummelten sich hier einige Leute, weshalb ich nun erstmal an der Leine bleiben musste. Aber es dauerte nicht lange, da wurde es ruhiger und der Pfad führte uns am Kraterrand es Maares stetig weiter hinauf. Das Maar selber konnte man stets zur Linken sehen.

Gemündener Maar mit Schwimmbad am hinteren Rand
Irgendwann.....so auf halber Strecke nach oben, murmelte Herrle was zu Fraule rüber. Sowas wie "....der röchelt komisch" konnte ich verstehen. Jaaaa...Herrle röchelte in der Tat schon ganz ordentlich, zog sich dieser Krater doch ganz schön vor sich hin.

Aber er meinte nicht sich, wie ich nun feststellte, seine Sorgen galten mir. Irgendwie war mir wohl doch nicht so prima zumute, wie es sich für einen solchen Marsch eigentlich angeboten hätte - irgendwas brütete ich zur Sorge aller hier gerade aus.

Der Kraterrand war erreicht und damit auch ein erstes Highlight dieser Runde - der Dronketurm stand mit einem mal vor uns. Ich möchte nicht zu jeder Sehenswürdigkeit erzählen, was wieso und warum diese gerade hier steht, aber dem Dronketurm möchte ich schon gerne ein paar Zeilen gönnen.



Der Dronketurm, eigentlich heisst er Adolf-Dronke-Turm, wurde in den Jahren 1900 bis 1902 erbaut und erinnert an den Gründungsvater der Eifelvereins, der seine Taufe im Jahre 1888 hatte, also der Verein, nicht der Herr Dronke. Also für echte Eifelfans ein absolutes MUSS.

Der Turm ist mit 10,5 Metern nicht gerade ein Riese, aber ist man erst einmal oben angekommen, geniesst man einen fantastischen Blick in alle Himmelsrichtungen. An einem herrlichen Frühlingstag wie an diesem Sonntag ein wahres Gedicht.





Leider musste ich unten warten, denn die Treppenstufen sind sehr eng gehalten und so wartete Fraule mit uns beiden unten an der großzügigen Bank.


Nachdem Herrle seine Bilder von dort oben gemacht hatte, tauschten die beiden die Rollen und er passte auf, während Fraule von oben in die Ferne schaute.

Huhu.....hier bin ich!
Ein langer Anstieg bei aussergewöhnlich warmen Temperaturen - da sollte man daran denken, uns Hunden zwischendurch immer wieder mal das Wasser zu reichen. Hast du das mitbekommen Herrle? Mach endlich die Flasche auf - ich hab Brand!

Wir, also Momo und ich, bekommen vor längeren Autofahrten meist kein Frühstück, die Erfahrung hat gezeigt, dass so ein Frühstück VOR einer Autofahrt auch mal ganz schnell im Kofferraum landen kann. Aber deswegen bekommen wir dann auf der Runde irgendwo zu Beginn meist 2-3 Hände Futter angeboten, die wir auch dankend annehmen. Mehr bekommen wir nicht, denn ein voller Magen ist für einen Hund nicht gerade die ideale Voraussetzung, wenn es darum geht, sich noch reichlich zu bewegen.

Ja und hier oben nutzten die beiden die Gelegenheit und reichten uns Futter und Wasser. Aber irgendwie hatte Herrle recht, so richtig gut war es mir in der Tat nicht und so kam was kommen musste. Das Futter wollte einfach nicht im Magen bleiben und so spuckte ich alles wieder raus :-(

Nun war Herrle bestätigt und seine Sorgen wurden nicht unbedingt kleiner. Was tun? War es "nur" ein kleines Magenreinigen oder steckte mehr dahinter?

"Mensch Herrle......mir geht's gut. Mach bloß keinen Scheiß und brich die Runde hier ab! Und überhaupt......guck doch mal, wie schön es hier ist!"



Herrle und Fraule entschieden sich letztlich dazu, weiterzugehen - immer ein prüfendes Auge auf meine Wenigkeit gerichtet.


Wir verliessen nun den Dronketurm über das Plateau des Mäusebergs und stiegen nun auf der anderen Kraterseite zum Weinfelder Maares hinunter. Hier wurde in den letzten Wochen tüchtig aufgeräumt, Hecken und Sträucher entfernt, um die Sicht auf das Maar wieder freizugeben.



Relativ neu scheinen mir diese komischen Drehkreuze zu sein. DA soll ich durch?? Never!!

Aber es nutzte nichts, wollte ich den Eifelsteig weiter beschreiten, dann musste ich durch diese unheimlischen Dreh-Dings-Dinger durch. Boah ey.....erst kübel ich mir die Seele aus dem Leib und nun auch noch das, wenn das so weitergeht, dann kann mich der Eifelsteig bald mal - aber kreuzweise!



Gottseidank beschränkten sich die Drehkreuze auf das Weinfelder Maar und sollten somit nur einen kurzen Moment meine Freude trüben. Aber auch so einige Menschen waren sichtlich irritiert, die hier mit Kinderwagen "bewaffnet" ebenfalls vor einem Problem standen. Einige zwängten sich mitsamt Kinderwagen irgendwie hindurch, andere hoben den Kinderwagen einfach am Tor über den Zaun - touristenfreundlich geht anders bzw. bleibt verbesserungswürdig ;-)

Am Weinfelder Maar gönnte man uns ein kühlendes, erfrischendes Bad und nachdem ich das genossen hatte, ging es mir von Minute zu Minute besser.

Momo


kristallklares Wasser
"Hey....was brummt denn da?? Das ist aber ein komischer Schmetterling......und so groß!!"



Für diejenigen, die es nicht wissen sollten: zwischen dem Weinfelder Maar und dem Schalkenmehrener Maar befindet sich ein kleiner Flugplatz. Von hier starten Maschinen, die Segelflugzeuge im Schlepp haben, die dann die wundervolle Vulkaneifel von oben betrachten können.

Wir verliessen nun das Weinfelder Maar und stiegen zur Strasse hinauf (L64), die wir an der Stelle auch gleich querten. Auf der anderen Seite konnten wir nun schon das nächste Maar bestaunen - das Schalkenmehrener Maar.


Ein schmaler Pfad führte uns über kleine Serpentinen immer weiter hinunter in den Maarkessel an dessen Südseite sich der Ort Schalkenmehren befindet.



Es war nun Mittagszeit und es duftete verführerisch und Herrle und Fraule blieben tatsächlich vor einem der Restaurants stehen und Fraule entschwand kurzerhand. Kurz darauf kam sie zurück und hatte in jeder Hand ein ...... EIS???!?

"Ja werd ich denn? Ich bekomm schnödes Wasser hingehalten und die beiden gönnen sich hier ein leckeres, kühlendes Eis? Boah....na wartet, mir wird grad wieder so komisch..."

Die nächsten Meter wich ich meinem Herrle nicht von der Seite. Der blöde Köter da vorne konnte mir gestohlen bleiben, ich hatte nur noch Augen für ihn - oder besser gesagt für das, was er da in Händen hielt. Mit treuen Augen lief ich neben ihm durch die Ortschaft aber er schleckte weiter an seinem Eis. Im übrigen - Fraule keinen deut besser, auch Momo bemühte sich vergebens.

Aber halt....was macht Herrle denn jetzt? Moment mal, ist es dass wofür ich es halte??

"Für MIIIIIIIIIIIIICH?? Ehrlich???"

Da reicht mir Herrle doch tatsächlich einen kleinen Zipfel seines leckeren Eises.....MIT Waffel!!

"Okay Herrle.....damit hast du dich gerade in meinen Olymp katapultiert. Teilst mit mir dein Eis - das MUSS wahre Hundeliebe sein!"

Hmm....und lecker war es auch noch. Schnuppdiwupp war es auch schon verschwunden und ich versprach meinem Herrle hoch und heilig, dass ich es nicht wieder ausspucken würde.

Wir verliessen nun Schalkenmehren über die Strasse "Zum Scheid" und tauchten in einen Wiesenweg ein. Schräg vorne zur Rechten blickten wir auf die Erhebung "Hoher List" und konnten dort die Sternenwarte sehen. Direkt bis dorthin führte uns der Eifelsteig nicht, aber wir kamen ihr noch recht nah im weiteren Verlauf.

Sternenwarte
Hier, oberhalb von Schalkenmehren, suchten wir uns eine Bank aus, um ebenfalls mal eine Rast einzulegen. Der Duft aus den Schalkenmehrener Küchen hatte die Mägen knurren lassen. Hier ein kleiner Tipp. Die Bänke oben auf der kahlen Nöcke sind gerne recht zugig - wie auch am heutigen Tage. Aber weiter hinten am Waldrand steht eine weitere Bank, die zum einen windgeschützt liegt und zudem ebenfalls wunderbare Weitblicke über das Eifelland bietet. Ausserdem liegt diese genau im weiteren Verlauf des Eifelsteiges. Also lieber noch diese 200 Meter gehen, statt durchgeschwitzt im zugigen Wind zu sitzen ;-)





Nach der Rast wurde es leider ein wenig morastig, was aber weniger an der schlechten Wegewahl des Eifelsteiges lag als, als viel mehr daran, dass hier in den letzten Tagen schweres Gerät den Waldboden mächtig aufgewühlt hatte. Zudem wurde hier kurzerhand ein Baum gefällt, der sogar ein Wanderlogo des Eifelsteiges trug, also aufgepasst, was den richtigen Wegeverlauf angeht.



Als wir um den Berg herumkamen, tauchte die Sternenwarte nochmals auf aber meine Augen waren auf etwas anderes gelenkt worden. Was war das da? Hmm...seltsam, das muss ich mir mal näher anschauen. Ich lief also in die Wiese hinein und stellt fest, dass sich dort ein Luftballon im Zaun verfangen hatte und da hing noch irgendwas dran.



Nun hatte auch Herrle den Ballon entdeckt und kam zu mir. Er fand die Karten am Ballon, welche von einem frisch getrautem Ehepaar tagszuvor im Taunus auf die Reise geschickt wurden.


Herrle packte die Karten ein mit dem Vorsatz, diese dem Ehepaar zurückzuschicken. Die werden Augen machen, dass ICH - Indy der Wanderhund, die Karten gefunden habe. Ob sie sich freuen werden? Eigentlich ist es ja ein Wink mit dem Zaunpfahl. Da lässt man im Taunus einen Ballon los und wo fliegt er hin? Geradewegs auf den Eifelsteig - na wenn DAS kein Zeichen ist *lach*.

Wir kamen nun nochmals an die L64 um diese erneut zu queren. Hier in diesem wunderschönen Wald liegt eine alte Burg, die inzwischen zu einer Klinik umgebaut wurde. Da das Betreten nur Personal und Besuchern von Patienten gestattet war, bestaunten wir das Gemäuer von aussen und zogen dann unterhalb der Klinik in den Wald.



Der Weg hinunter ins Tal war mal bestimmt durch breite Waldwege, dann wieder führte ein schmaler Pfad uns immer weiter hinab auf Trittscheid zu. Bevor wir jedoch Trittscheid zu sehen bekamen, erreichten wir dessen Fischteiche, wo Momo nur schwer zu bändigen war. Im Grunde genommen war er auch nicht zu bändigen und schwups......drehte er einsam seine Runden im Teich.




Herrle indes war total hin und weg, weil es in diesem Tal schon richtig ordentlich Schmetterlinge zu sehen gab. Während er den "Kleinen Fuchs" recht schnell erwischte, zippelte und zappelte der Zitronenfalter wie bescheuert durch die Lüfte - eigentlich unmöglich den mal zu erwischen, der hielt ja nicht mal 1 Sekunde still. Das was ihr hier sehen könnt, war die einzige Aufnahme, die halbewegs gelang.



Irgendwann hatte Herrle es aufgegeben. Mit ein wenig Glück kann er diesen ja demnächst im heimischen Garten ablichten, wo er vor wenigen Tagen den Sommerflieder gepflanzt hat. Herrle und seine Schmetterlinge - ein Kapitel für sich.

An der Üdersdorfer Mühle trafen wir dann auf den Namensgeber eines weiteren, wundervollen Wanderweges - die Lieser.

Hier mussten wir ein weiteres mal eine Strasse (L65) queren, ehe wir nun dem Tal der Lieser folgten. Das Wetter war heute so genial, dass bereits einige sehr Wagemutige den Sprung ins kühle Nass wagten - muss aber sehr frisch gewesen sein, denn ich konnte ein deutliches "i... i... iss das sch..kalt " vernehmen.





Im weiteren Verlauf des Tals wich unser Garmin von dem ab, was die Schilder zeigten. Demnach hätte es laut Garmin unmittelbar an der Lieser weitergehen sollen, aber die Schilder zeigten deutlich an, dass wir uns auf dem Eifelsteig befanden. Vielleicht hatte man hier den Weg nochmal ein wenig umgeplant, jedenfalls erschien es uns sinnvoller, auf dem festen Weg zu bleiben, statt mitten durch die Natur zu stapfen.





Hier kam nun eine alte Holzbrücke, die uns wieder auf die andere Seite der Lieser führte. Für uns Hunde bedeutete diese, noch schnell ein Bad nehmen ehe es nun in den Wald ging. Ein herrlicher Waldweg bot sich uns nun, lichtdurchflutet und immer in der Nähe der plätschernden Lieser, die sich langsam aber sicher von einem kleinen Bach zu einem kleinen Flüsschen gemausert hatte. Zeitgleich bewegten wir uns nunmehr nicht nur an der Lieser, sondern auch auf dem Lieserpfad, dem wir nun bis zum Ziel unserer heutigen Etappe folgten.





Die kommenden Kilometer liessen keinen Zweifel daran aufkommen, dass wir uns nun dem urigsten Teilstück des Eifelsteiges näherten.

Schmale Pfade, schroffe Felsen schlängelten sich durch die Hänge. Teilweise ging es nur weiter, weil fleissige Arbeiter kleine Stege in die Hänge gesetzt hatten und diese teilweise mit Bohlen, teils aber auch mit Gitterrosten versehen hatten.




Mir persönlich sind Bohlen ja eindeutig lieber, zumal an einer Stelle die Gitterroste so grobmaschig waren, dass ich da mit meinen Pfoten ruckzuck durchgeflutscht wäre. Gottseidank waren die Maschen bergseits schon zugesetzt, so konnte ich dort doch relativ sicher "übersetzen".

Ein Tipp für Nachwanderer MIT Hund: ein Geschirr ergibt durchaus seinen Sinn. Denn mit einem Geschirr kann man uns Hunde schnell, einfach und sicher über solche Hindernisse heben. Für unsere nächste Etappe ist das Geschirr auf alle Fälle im Rucksack - besser ist besser.

Aber wisst ihr.....es ist schon Wahnsinn, wenn sich Menschen die Mühe machen, kleine Rasthütten nicht einfach nur in den Wald zu setzen, sondern diese auf gemauerte Stelzen stellen und somit die Hütten quasi über den Abgrund hängen. Das hat schon was, wenn man durch den Fußboden guckt und darunter metertief schauen kann.



Für eine Rast war es uns aber inzwischen zu spät geworden, ausserdem war Manderscheid nun auch nicht mehr sooooo weit. Irgendwann erspähte Herrle zwischen den Bäumen zum ersten mal die Oberburg bzw. nur dessen Zinnen.



Jetzt wussten wir, es war bald geschafft. Aber besonders die letzten Kilometer hatten ihren ganz besonderen Reiz, wenn man hoch über der Lieser durch die Berghänge wandert und tief unten im Tal das Flüsschen sich hin und herwindet. Wenn auf der anderen Bergseite die tiefstehende Sonne wunderbare Farben in den Wald zaubert und man dazu die Vögel zwitschern hört, die nun unmissverständlich zeigen - der Frühling ist da!

Ja und irgendwann war es dann in der Tat geschafft - wir hatten Manderscheid erreicht und gleich das erste Gebäude war ein Restaurant und wohliger Duft umschmeichelte unsere Nasen.

Aber Herrle und Fraule hatten andere Pläne und so wanderten wir noch ein paar Meter weiter und erreichten das Auto. Wir, also Momo und ich durften uns nun im Kofferraum zur Ruhe legen. Mir war es seit dem kleinen Missgeschick am Dronketurm wirklich gut ergangen. Vielleicht hatte ich wirklich nur etwas Fell querhängen, was sich den Weg raus suchte. Jedenfalls hatte ich alles andere seit dem Dronketurm drinbehalten und ich fühlte mich echt gut.

Trotzdem war ich jetzt froh, dass ich mich ausruhen konnte und legte mich zufrieden in meine Box, während die beiden, also Herrle und Fraule noch schnell um die Ecke bogen und sich in einem Restaurant die wohlverdiente Stärkung gönnten.

Was war das heute doch für ein wundervoller Tag. Ja okay.....für einen Sonntag sind wir früh aus den Federn gestiegen aber das war es wert - jeden einzelnen Meter.

Fazit: die 11.Etappe führt nun in das Herzstück des Eifelsteiges. Kernige Anstiege, tolle Pfade, Flußtäler und Aussichten, die weiter reichen als das Auge es erfassen kann. Wer hier noch was zu meckern hat, der sollte seine Wanderschuhe an den Nagel hängen oder selber mal einen Fernwanderweg planen, erstellen und verwirklichen, der auf 330 km Gesamtlänge nur Highlights bietet.

Mit seinen etwas über 23 km war die 11. Etappe die bisher zweitlängste Tagesetappe des Eifelsteiges. Im Wanderführer wird diese Etappe mit 21,7 km angegeben, die Homepage schreibt 23 km und es dürften wohl noch ein paar Meter mehr sein. Besonders wenn man sich dazu entscheidet, die alte Burgruine hinter Tettscheid noch zu besichtigen. Wir haben dies nicht getan, können also nicht beurteilen, ob wir damit eine Sehenswürdigkeit verpasst haben oder nicht.

Alles in allem aber war diese Tagestour an diesem wunderschönen Sonntag genau das, was ich mir vorgestellt habe, zusammen mit Momo, Herrle und Fraule auf eine wunderschöne Entdeckertour zu gehen. Die Wanderslust ist wieder neu entfacht und wenn das Wetter mitspielt, heisst es schon bald wieder - Eifelsteig wir kommen ;-)






























Kommentare:

  1. So neuer Versuch,
    tolle Erlebnisse hattest ihr, klar dass dein Herrle wieder etwas vergessen würde, aber SD Karte ist schlimmer :-)
    Ich hoffe, lieber Indy, dass es dir wieder richtig gut gehst und du Herrle weiter auf Trab hältst, der braucht das nämlich :D
    Tolle Fotos, und offensichtlich super schöne Strecke.

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    1. Hallo Elke,
      ja wenn ich nur wüsste, woran das liegen könnte, dass Kommentare verschwinden - ich würde es sofort abstellen. Aber scheinbar hat da Google so sein Eigenleben und das finde ich gar nicht gut.
      Was ich aber sehr gut finde bzw. was mir sehr gut gefallen hat, war die 11. Etappe. Ich kann sie jedem nur empfehlen und besonders in den heissen Monaten dürfte der Part an der Lieser entlang kühlenden Schatten spenden und wenn das nicht reicht, mal eben kurz einen gewagten Sprung in die Lieser.
      Ich werde mich anstrengen möglichst lange gesund und fit zu bleiben, allein schon wegen mir selbst aber natürlich auch wegen Herrle. Und glaub mir......den halte ich ganz gewiss auf Trab ;-)

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  2. Bin mir noch im Zweifel, ob diese oder die nächste Etappe die allerschönste war. Kannst dich also auf noch so einiges freuen ;-)

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  3. Hallo Guido,
    ja wie Herrle ja schon schrieb, wir nähern uns dem Herzstück des Eifelsteiges. Die Manderscheider Ecke kennen wir ja schon aber trotzdem freue ich mich schon jetzt auf die nächste Etappe, wenn wir wieder durch die Lieser-Hänge kraxeln. Es war einfach traumhaft und ich könnte jetzt glatt schon wieder losziehen - wenn Herrle nur net dauernd irgendwas liegenlassen würde. Das ist anstrengend, immer auf den Schussel aufzupassen, ich kann dir sagen ;-)
    Lieben Gruß

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