Montag, 31. März 2014

Etappe 12 von Manderscheid nach Himmerod

Hallo meine treuen Freunde,

es war wieder soweit, Petrus meinte es schon die ganze Woche gut und diesmal sollte es auch über das Wochenende hinaus halten. Grund genug, meinem Herrle klarzumachen, dass er sich für Sonntag nichts anderes vorzunehmen hatte - ich wollte raus!

Naja und genau DAS haben wir dann am Sonntag Morgen auch getan. Die Rucksäcke waren schon am Vorabend gepackt worden, jetzt kam nur noch schnell der Proviant dazu und schon ging's los.

Die 12. Etappe führte uns diesmal aus dem wunderschönen Manderscheid zur Abtei Himmerod. Den grössten Teil dieser Etappe durchwanderten wir schöne Wälder, nur wenige Freiflächen erwarteten uns auf dieser Etappe und doch boten sich genügend Aussichtspunkte an - aber der Reihe nach ;-)

Das erste Highlight dieser Strecke wurde uns gleich am Start geboten - die Manderscheider Burgen. Zum Greifen nah zeichneten sich die Ober- sowie Unterburg auf einem Bergkamm unterhalb von Manderscheid ab. Unser Weg führte uns nach ein paar Metern schon auf einen schmalen Pfad, der uns recht schnell in den (noch) laubfreien Wald entließ.

Kurz darauf erreichten wir einen Aussichtspunkt mit Sitzgelegenheit, von wo aus man letztmals einen wundervollen Blick auf die Burgen werfen konnte.

Herrle hatte auf dem Weg bis hierher bereits einige Aufnahmen gemacht, er konnte ja nicht wissen, dass wir noch an diesen Aussichtspunkt gelangen würden - sicher war in dem Fall wohl sicher ;-)



Überhaupt - mein Herrle hatte mich heute in der Tat überrascht. Nichts, aber auch rein garnichts hatte er diesmal vergessen - könnt ihr das glauben? Ehrlich gesagt, ich auch nicht, aber ich konnte auf der kompletten Wanderung nichts feststellen, was er vergessen haben könnte. Mein Herrle überrascht mich auf seine alten Tage doch noch immer wieder auf's Neue.

Nachdem wir nun die letzten Blicke auf die Burgen geworfen hatten, ich hatte derweil gaaaaaaaaanz was anderes in der Nase, ging es nun auf einem anderen, nicht unbekannteren Wanderweg weiter - dem Lieserpfad.

Schon auf der 11. Etappe begleitete uns der Lieserpfad stückweise, aber von hier an war er unser fester Wegbegleiter. Das Liesertal ist weithin bekannt für seine urigen Wälder, schroffe Felswände und grandiosen Aussichten. Das schönste an der heutigen Etappe war allerdings, dass wir immer hautnah dran waren. Keine breiten Forstwege, die einem das Gefühl gaben, hier nicht wirklich Willkommen zu sein. Stattdessen wanderten wir auf wunderbar schmalen Pfaden durch die Hänge oberhalb der Lieser, berührten die Felsen mit den Händen und waren mittendrin statt nur dabei.







Herrle und Fraule hatten ein wenig Bedenken, wie man auf diesen schmalen Pfaden bei einer Hundebegegnung genügend Platz bekommen sollte um ausweichen zu können - mal wieder völlig unbegründet diese Sorgen.

Denn erstens sind wir brav und artig und es würde uns niiiiiiiiiemals in den Kopf kommen, fremde Artgenossen anzublaffen (was Herrle immer so denkt) und zweitens war die Strecke überhaupt nicht überlaufen und es musste nicht ein einziges mal ausgewichen werden. Einzig an der Wanderhütte "Weifelsjunk" gesellten sich mal ganz kurz andere Wanderer hinzu und auch ein Schäferhund kam den Hang hinaufgeschnaubt. Der hatte wahrlich andere Probleme als sich mit mir anzulegen, falls ihr versteht was ich meine. Aber da hatten wir unsere Aussicht bereits genossen und befanden uns wieder ausserhalb der Wanderhütte - also alles kein Problem.

Obwohl wir uns hier auf dem Herzstück des Eifelsteiges, zusammen mit seinen ganzen Partnerwegen befanden und das Wetter ausgesprochen schön war, konnten wir keinesfalls behaupten, dass sie überlaufen seien. Auf der ganzen Strecke haben uns 2 Grüppchen überholt, weil Herrle und Fraule es hatten gemütlich angehen lassen. Knapp 19 km Wegstrecke waren überschaubar und was sollte es uns bringen, diese in Rekordzeit zu absolvieren, um dann am Zielpunkt festzustellen, dass die Lokalitäten noch geschlossen haben?

Also streuten wir zwischendurch immer wieder mal eine kleine Pause ein, Herrle hatte diesmal besonders darauf geachtet, dass wir genügend Wasser bekommen, weil.......so einfach es gewesen wäre, an einem Bächlein etwas zu schlabbern aber so profan wollten wir das nicht. Wir meideten das Frischwasser um nur wenige hundert Meter später das morgens abgefüllte Trinkwasser einzufordern. Wir sind halt "depperte Shepherds" - einfach ist einfach nicht unser Ding *grins*.

Was aber funktionierte war das Baden. Denn als wir nach einigen Kilometern aus den steilen Hängen des Liesertals hinabgestiegen waren, gelangten wir unmittelbar an die Lieser, was wir sofort dazu nutzten, ein erfrischendes Bad zu nehmen. Momo braucht da keine Sondereinladung, das ist eine Wasserratte wie sie im Buch steht. Ich hingegen bevorzuge handwarmes Wasser, nicht zu warm und nicht zu kalt. Ausserdem sollte es nicht zu tief sein, so dass ich noch darin stehen kann. Und wild strudelnd sollte es......STÖCKCHEN????!!?!  "Los Herrle.....wirf das Stöckchen, nu mach schon!" *hechel*
Herrle warf das Stöckchen und ich stürzte mich - allen Bedenken zum Trotz - in die Fluten. Hatte er es wieder geschafft.....hat er wieder etwas verloren, was ich dann herbeitragen darf oder soll. Nun....das Stöckchen war jedenfalls unauffindbar, weshalb ich mich wieder dem rettenden Ufer zuwandte. Genug gebadet, wenn er wenigstens selber in das noch recht frische Wasser gestiegen wäre aber neiiiiiiiiiiin......so etwas überliess er dann schon mir.


Wenn er nur geahnt hätte, was für ein Aufstieg auf uns warten würde.....ich glaube, dann wäre er auch für eine Erfrischung zu haben gewesen. So aber musste er sich damit begnügen, dass ich mich ausgerechnet neben ihm trockengeschüttelt hatte. Hehe.....hab ich ihn doch noch dran bekommen ;-)

Aber nun hiess es erstmal, diesen Berg hinauf zu klettern. Der schmale Pfad zog in serpentinenartigen Kurven den Berg hinauf, immer steiler werdend. Wir befanden uns nun etwa auf der Hälfte des Weges zwischen Manderscheid und Karl. Die Kräfte waren noch vorhanden und so nahmen wir diesen Berg locker in Angriff. Weiter oben gelangten wir dann auf einen Waldweg, das steilste Stück war nun geschafft und der Weg führte uns nun etwas schonender hinauf. Also nicht falsch verstehen - IIIIIIICH hab da keine Probleme mit gehabt, aber meine 2-beiniges Gefolge da hinten wurde immer leiser. Die Luft wurde knapper und musste wohlbedacht eingesetzt werden. Gedankenloses und sauferstoffraubendes Geplapper war hier zunächst mal nicht zu erwarten - gar nicht mal soooo übel.

Da vorne öffnete sich der Wald und ein Rastplatz zeichnete sich ab - leider schon besetzt. Aber wenigstens mal die Aussicht geniessen. 
"Da unten waren wir eben noch!" sprach Herrle und deutete ins Tal hinab. Alle Achtung........das war wirklich ein gutes Stück, was wir da zurückgelegt hatten.

Da die Bank besetzt war, beschlossen wir, den Weg fortzusetzen. Der Weg verlief nun deutlich flacher und so erholten sich alle recht schnell, was man daran merkte, dass der Wortschwall zwischen Herrle und Fraule wieder deutlich zunahm ;-)

Nach etwa 300 Metern öffnete sich der Wald und große Ackerflächen und Weiden präsentierten sich uns. Vor uns konnte man in der Ferne ein paar Häuser erkennen, die zu Oberöfflingen gehörten. Allerdings blieben wir nicht auf den offenen Flächen, sondern bewegten uns am Waldrand wieder hinunter ins nächste Tal, zurück Richtung Lieser.


Auf diesem Stück überholte uns die einzig grössere Gruppe an Wanderern, ansonsten war der Eifelsteig auch an diesem wundervollen Sonntag recht verlassen, was uns zwar nicht störte, aber doch ein wenig verwunderte. Die Lieser plätscherte nun zu unserer rechten im Tal vor sich hin und so langsam machte sich ein Hungergefühl breit - die nächste Bank würde unser, beschlossen wir. Und nach einiger Zeit erreichten wir einen schönen Rastplatz, sonnendurchflutet und herrlich windgeschützt. Hier machten wir dann unsere Rast. 


Zunächst einmal bekamen wir unser wohlverdientes Wasser, dann einen kleinen Happen. Auf der letzten Runde hatte ich mich ja ganz spontan zum Rückwärtsessen entschieden, was im ersten Moment für ratlose Blicke gesorgt hatte. Aber es war alles gut und heute hatte ich auch das Futter brav bei mir behalten - kein weiterer Grund zur Sorge.

Und überhaupt......mir geht's wieder richtig gut zur Zeit. Meine kränkliche Phase im Herbst letzten Jahres habe ich gottseidank hinter mir gelassen, so dass Herrle und Fraule im Moment wieder richtig schön vorausplanen können, was Touren angeht.

Wo waren wir gerade stehen geblieben? Ach ja.....Ruhepause ;-) Da die heutige Etappe mit gerademal 19 km nicht allzu lang war und wir beizeiten unterwegs waren, gönnten wir uns etwas ausgedehntere Pausenzeiten. Das war wohlkalkuliert von meiner Gefolgschaft. Sie wollten nämlich etwas Zeit schinden, damit sie am Ziel zu einer Uhrzeit ankamen, wo die Lokalitäten wieder die Küche angeworfen hatten - so ganz selbstlos war das alles also nicht!!

Aber auch die längste Pause war dann mal vorbei doch bevor wir loszogen, wurden schnell noch ein paar Fotos gemacht. Herrle wollte unbedingt mal gemeinsam mit mir aufs Bild. Na prima....hat MICH vielleicht mal jemand gefragt, ob ich mit IHM aufs Bild möchte?

Na was soll's. Bin ja nicht so......okay, dann mach ich das jetzt - ausnahmsweise und nur weil Du's bist. Da schaut mal her, kann ich mich mit dem sehen lassen?? Ehrlich jetzt!!



So.....endlich konnten wir nun weiter. Mein Herrle war glücklich und ich.....naja, ich hatte jetzt endlich wieder meine liebe Ruh ;-)

Schon die nächsten Meter mussten wir gut aufpassen, wo wir unsere Füße hinsetzten. Steil ging es hinab, zur Sicherung wurde hier ein dickes Hanfseil angebracht, wo man sich festhalten konnte.

Nur ein kurzes Stück, dann hatten wir es geschafft und bewegten uns wieder auf einfacherem Geläuf. Ein schmaler Pfad schlängelte sich nun mal höher, mal tiefer im Hang entlang - immer in Hörweite zur Lieser.

Nach etwa 1,5 km erreichten wir nun die Karl-Kaufmann-Brücke, die schon beinahe ein Abenteuer für sich darstellte. Alt und in die Jahre gekommen waren die Holzbohlen, einige von ihnen zeigten schon deutlichen "Mottenfraß" aber sie war noch stabil genug, uns 4 sicher hinüberzubringen.


Noch ein paar Meter folgten wir der Lieser, ehe sich unsere Wege erstmal trennten. Der Anstieg zum Burgberg stand bevor. Bereits aus dem Tal heraus konnte man die Plattform oben im Hang erkennen. Bevor wir aber dort den Ausblick geniessen konnten, galt es zunächst mal den richtigen Weg zu finden bzw. nicht den richtigen, sondern einen halbewegs begehbaren.

Hier waren die Waldarbeiter wieder am Werk und haben den Weg mit ihren schweren Maschinen komplett zermantscht. Unser Glück an diesem Tag war, dass es schon längere Zeit trocken war und wir somit die Chance hatten, uns durch den Wald hindurch eine alternative Wegstrecke zu suchen. Wer hier vorbei muss, wenn es längere Zeit nass ist - viel Glück!


Gottseidank handelte es sich dabei aber nur um ein kurzes Stück und schon bald verliess der Eifelsteig den breiten Waldweg wieder und führte über einen schmalen Pfad weiter in den Berg hinauf. Diesmal aber wieder so richtig. 

Führte der Weg anfänglich recht moderat in den Berg, so wurde dieser mit jedem Meter steiler und steiler. Nicht umsonst wird dem Lieserpfad und Eifelsteig auf diesen Teilstücken nachgesagt, dass sie an der Kondition nagen. Hoch runter, hoch runter, immer wieder. Irgendwann "pumpen" die Oberschenkel und endlich oben angekommen konnte sich Herrle ein kurzes Lachen nicht verkneifen.......wir trafen auf ein Hinweisschild auf welchem unser "Standpunkt" angezeigt wurde - Liegepunkt oder "Auf-Allen-Vieren-Punkt" hätte es hier treffender widergegeben.





Na jedenfalls klärte uns dieses Schild darüber auf, dass etwas abseits des Eifelsteiges ein wirklich toller Aussichtspunkt auf uns warten würde. Den Umweg dorthin, etwa 300 Meter hin und nochmals die gleiche Strecke zurück, nahmen wir sehr gerne in Kauf und ich kann dies auch nur jedem empfehlen.

Am Aussichtspunkt "Burgberg" angekommen, fanden wir eine relativ neue Rasthütte vor und unterhalb dieser Hütte hatte man eine Aussichtsplattform über dem Hang positioniert. Man konnte hier also "aus dem Berg" heraustreten und die grandiose Aussicht über das Liesertal geniessen. Unten links an der Wiese waren wir noch vor wenigen Minuten hergewandert und nun standen wir hier oben und genossen diese Aussicht - einfach nur toll!



Was nun folgte war wie ein Ausflug ins Märchenland. Wir verliessen den Burgberg und stiegen hinunter in ein Seitental der Lieser. Hier hatte scheinbar jemand erfolgreich die Zeit angehalten. Der kleine Liemersbach formte hier seit hunderten von Jahren unberührt sein Bachbett, die Wälder waren hoch und der Waldboden dicht mit Moss bewachsen. Dazwischen sprossen die ersten Farne und man glaubte in der Tat, in einer längst vergangenen Welt zu wandern. 

Hier war es angenehm kühl, die Luft so rein und man bedauerte es fast schon, dass dieses Seitental nicht länger andauerte. Einfach nur schön, einfach mal abschalten und die Seele baumeln lassen - auf diesem Stück Eifelsteig ein leichtes.





Aber auch das schönste Stück ging irgendwann einmal vorbei. Ein zunächst normaler Waldweg führte uns nun gemächlich um die Ortschaft Karl herum, wobei wir vom Ort selber nie etwas zu Gesicht bekommen haben. Seit wir Manderscheid verlassen hatten, kein Haus, keine Strasse, kein Ort - einfach nur wir, allein mit der Natur.

Ja und nun ging das Geklettere auch schon wieder los. Weg von den breiten Weg und wieder drauf auf den schmalen Pfad, ging es mal wieder tüchtig bergauf. Ich bin dann schon mal vorausgelaufen um zu schauen, wo es als nächstes hergeht - diese Schleicher da hinten - nicht zum Aushalten.



Und wo es bergauf ging, musste es zwangsläufig auch irgendwann mal wieder hinunter gehen. War die Lieser eben noch weit unter uns, so tauchte sie plötzlich vor uns auf. Momo natürlich die Gelegenheit sofort genutzt und schnell ein Vollbad genommen. Zu dumm nur, dass hier die Böschung recht steil war. Hinein ins Wasser war eine Sache - heraus wieder eine gänzlich andere.

Es hatte nicht viel gefehlt und Herrle hätte rettend zur Hilfe eilen müssen aber da hatte Momo es geschafft, irgendwo halt zu finden um aus dem Wasser zu steigen. Dabei wäre es nur 5 Meter weiter rechts ein einfaches gewesen, sowohl rein als auch wieder raus. Naja....Momo eben ;-)



Jetzt ging es entlang des Ilgenbaches aus dem Tal langsam aber stets leicht steigend hinauf. Der Weg war hier relativ seifig. Offensichtlich war der Weg hier in den letzten Jahren stark zugewachsen und es konnte noch nicht lange her sein, dass hier Maschinen den Weg wieder freigeschnitten hatten. Da es leicht bergauf ging, wurden die Schritte etwas schwerfälliger, man konnte zwar vom Platzangebot nebeneinander herlaufen, das machte aber nur wenig Sinn, da der Weg nur in der Mitte einigermaßen fest war. Aber das war kein Problem, in 2-3 Wochen würde sich der Wegezustand sicher wieder erholt haben - wie gesagt, die Maschinen mussten wohl erst vor wenigen Tagen hier gearbeitet haben.

Der Weg führte uns indes immer weiter voran, an einem (vermutlich) Fischteich vorbei bis hinauf zur L62. Tatsächlich mussten wir hier doch mal eine Strasse queren, was aber an dieser Stelle überhaupt kein Problem darstellte. Kurz drübergehuscht, um auf der anderen Strassenseite unbeirrt dem Tal weiter zu folgen.

Auf einmal donnerte es über unseren Köpfen, Herrle riss den Kopf herum, dann die Kamera hinterher: "BOAH.....haste den gesehn?" stiess er aus. Wie war der Vogel nur zu übersehen, fragte ich mich. Dazu noch so dermaßen laut, dass mein Fell vibrierte. Mir war da schon ein wenig mulmig zumute, aber solange Herrle net die Beine unter die Arme nahm, konnte auch ich Ruhe bewahren.


Der Waldweg zog allmählich ein wenig an, aber nichts im Vergleich zu den Anstiegen, die wir bereits erfolgreich hinter uns gebracht hatten. Wir stiessen nun auf einen Querweg, dessen Verlauf wir nach links folgten.

Einige Meter später öffnete sich der Wald und wir betraten quasi zum ersten mal auf der heutigen Wanderung offenes Gelände.

Und was war das? Hmmm....kommt mir so bekannt vor. Das hatten wir doch erst auf unserer letzten Wanderung gehabt, als wir an der Sternenwarte bei Schalkenmehren diesen Ballon im Zaun hatten hängen sehen. Und nun schwebte da schon wieder ein Luftballon am Himmel, wieder grün und wieder eine Karte dran. Allerdings flog der Ballon noch und später konnten wir ihn dann sehen - hoch oben in einem Baum hatte er sich verfangen. Keine Chance da irgendwie heranzukommen.


Hier war sowieso einiges geboten, kaum dass wir aus dem Wald herausgetreten waren, ging es Schlag auf Schlag. Zuerst donnerte ein ADAC-Hubschrauber im Tiefflug über unsere Köpfe hinweg. Kurz darauf ertönte in der Ferne ein Martinshorn und schon wenige Minuten später konnten wir den Polizeiwagen sehen, der mit einer Affengeschwindigkeit an uns vorbeisauste.




fast schon wieder weg.....da hinten saust die Polizei davon
Wer dachte, dass sei es nun gewesen, der wurde eines Besseren belehrt. Wieder Martinshörner, wieder Blaulicht aber diesmal war es der Notarzt, der über eine Parallelstrasse dahergeflogen kam.



Das hatte irgendwie schon was von "Alarm für Cobra 11".....fehlte nur noch die fette Explosion, aber ich wollte jetzt keine bösen Geister beschwören. Bei so einem Aufgebot an Rettungsfahrzeugen war es sicherlich schon schlimm genug, da brauchte es dann nicht auch noch einer Explosion. Was immer hier an diesem Sonntag der oder den Person(en) passiert war - auf diesem Wege sende ich Euch die besten Wünsche rüber!

Nachdem der Notarzt durchgerauscht war, kehrte die Ruhe wieder auf dem Eifelsteig ein. Wir überquerten eine offene Fläche, die mit Obstbäumen gesäumt war, wo man im Herbst bestimmt den ein oder anderen leckeren Apfel stiebizen kann. Heute aber genossen wir die weitläufigen Ausblicke, ehe wir nun wieder in den Wald eintauchten.





Es war nun nicht mehr weit und schon wenige Minuten später tauchten durch die noch laubfreien Bäume erste Gebäude auf - das Ziel lag vor uns. Noch ein paar Kehren, ein kleiner Abstieg und dann "spuckte" uns der Eifelsteig genauf auf dem Parkplatz der Abtei Himmerod aus.

Jetzt gab es für uns nochmal ordentlich Wasser, ehe wir müde und zufrieden in unsere Hundeboxen verfrachtet wurden. Herrle und Fraule indes, betraten noch das Abtei-Gelände und schauten sich dort ein wenig um. Innenaufnahmen aus der Abtei gibt es heute nicht, da dort gerade eine Messe abgehalten wurde und da wollte Herrle nicht im Hintergrund stehen und "klick" machen.




Die Füße brannten ein wenig, weshab man die Besichtigung des Gemäuers auf ein Minimum reduzierte. Vielmehr hatten die beiden nun Durst und Hunger, also machten sie sich auf und fanden in der Klostergaststätte ein sauberes, freundliches und preislich sehr angenehm geführtes Lokal.

Fazit: die 12. Etappe des Eifelsteiges fügt sich nahtlos an die Erlebnisse der 11. Etappe. Das Liesertal ist etwas ganz Besonderes, wo man stundenlang unterwegs sein kann, ohne nur ein Haus oder eine Strasse zur Gesicht zu bekommen. Es mag vielleicht nicht jedermanns Sache sein, wenn er stundenlang durch Wälder streift. Manche mögen lieber offenes Gelände, wo man weithin ins Land schauen kann. Mir persönlich aber sagen Waldwege eher zu und gerade im Sommer muss es im Liesertal einfach nur traumhaft sein, wenn man mit Hunden auf die Pirsch geht. Von der Etappenlänge her sind nur etwa 18-19,5 km zu bewältigen, aber es gibt einige knackige Anstiege, die man am Abend doch spürt. Trotzdem war die 12. Etappe ein absoluter Genuß und wer abschalten möchte, ist auf dieser Etappe bestens aufgehoben.

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