Donnerstag, 17. April 2014

Etappe 13 von Himmerod nach Bruch

Wir biegen so langsam aber sicher auf die Zielgerade des Eifelsteiges ein.

Das Wetter an diesem Gründonnerstag versprach der beste Tag der Woche zu werden, weshalb wir uns die 13. Etappe des Eifelsteiges schon am Vorabend in die Rucksäcke packten.

Um 6 Uhr rappelte der Wecker und noch ehe Herrle seine Decke zurückgeschlagen hatte, hatte ich bereits 2-3 Runden ums Bett absolviert und stand spalier.

Herrle und Fraule waren echt früh dran und so ergab es sich, dass wir tatsächlich schon um 10 Uhr am Startpunkt der nächsten Etappe standen.

Heute standen dann etwas mehr als 20 km auf dem Plan aber das Streckenprofil verriet uns schon, dass es eine gemütliche Tour werden würde. Keine nennenswerten Steigungen oder Gefällstrecken - heute stand einfaches aber genussvolles Wandern auf dem Plan.

Der Start der heutigen Etappe führte uns über die Klosteranlange Himmerod, die wir dann nach rechts verliessen um hinüber zur Salm zu gelangen.


Die Salm sollte heute unser treuer Begleiter sein, quasi vom Start bis zum Ende in Bruch tauchte sie immer wieder auf. Meist verweilte sie für längere Zeit an unserer Seite, nur hin und wieder verschwand sie mal eben kurz, um uns gleich darauf wieder fröhlich plätschernd Willkommen zu heissen. Gleich zu Beginn der Runde begrüssten uns ein paar sehr imposante Wesen.


auch ein schöner Rücken kann entzücken....


Unser Weg heute führte uns zunächst vorbei an Großlittgen in Richtung Musweiler, wo wir über eine wunderschöne Freifläche zogen, ehe es dann aber schon wieder hinab zur Salm ging.

erste Ginsterbüsche entfalten ihr Eifelgold

ein altes Farngewächs aus dem vergangenen Jahr

zartes Grün

blau, gelb, grün......DIE Farben des Frühjahrs

überall blühte und duftete es

und Löwenzahn, soweit das Auge reichte

Das Salmtal, keine Ahnung wer immer vom wunderschönen Liesertal schrieb und bekundete, wie schön es dort doch sei. Ja sicher, das Liesertal war ganz sicher eine wunderschöne Gegend, aber das Salmtal stand diesem in keinster Weise nach - ganz im Gegenteil.

verwunschene Pfade


Buntsandstein


Das Salmtal nahm einen in den Arm und diese enge, sich stetig windende Salm, die sich hier scheinbar seit Ewigkeiten ungestört in den Fels graben konnte, gaben einem das Gefühl absoluter Ruhe und Zufriedenheit. Dazu reihte sich eine Mühle an die nächste, mal besser und mal weniger gut in Schuß. An einigen Mühlen wurde eifrig gewerkelt um diese Rohdiamanten wieder zu neuem Leben zu erwecken.

herrlich, hier möchte man Urlaub machen

liebevoll restaurierte Mühle

So wanderten wir Kilometer um Kilometer ungestört durch einen märchenhaften Wald, Momo liess sich kaum eine Gelegenheit entgehen, um ein erfrischendes Bad in der Salm zu nehmen, während ich es vorzog, lediglich meinen Durst zu stillen. Für ein Bad war es mir jedenfalls noch zu frisch.

wunderschöne Pfade

oben links erkennt man den Pfad durch den Hang

Panorama mitten im Wald (bitte Vollbild wählen)

Torbogenbäume ;-)

Irgendwann stiessen wir dann an eine kaum befahrene Strasse (L34), der wir für etwa 100 Meter folgen mussten, um gegenüber in einen Anschlußweg zu gelangen. Kaum dass wir um die Ecke abgebogen waren, geriet Herrle fast aus dem Häuschen.

"Guck mal....guck mal da!!!" und er zeigte hektisch auf ein Schild neben der Strasse. Was stand denn da so Wichtiges drauf, dass man da so ausser Rand und Band geraten musste....."Sie überqueren hier den 50. Breitengrad" stand da geschrieben - ja und?? Wo isser nun der Breitengrad?? Konnte ihn jedenfalls nirgends sehen.

selbsterklärend
Komisch.....ich lief hin und her aber es geschah einfach gar nix. Weder fielen mir leckere Schweinsohren vor die Füße, noch kam irgendwo ein "lecker Mädsche" daher, was mir die Besonderheit dieses "Breitengrades" erklärt hätte.

Aber Herrle wollte   u n b e d i n g t   Bilder machen, von sich und mir und natürlich auch von Momo nebst Fraule. Na schöööööön.....dann soll er seine Bilder machen, aber verstanden hab ich es bis heute noch nicht.


diesmal hat Herrle übrigens mal wieder was vergessen...

seltener Anblick - Herrle ohne sein Käppi ;-)

Jetzt ging es endlich weiter und wir kamen an einem Hotel vorbei, dessen "beste Tage" wohl schon etwas zurück liegen mussten. Auf den Parkplätzen wucherte das Unkraut empor und das Gebäude selbst machte einen traurigen Eindruck. Eigentlich unverständlich, denn nicht weit von der Autobahn gelegen, eingesäumt von Hügeln in unmittelbarer Nähe zu mehreren Wanderrouten müsste es hier eigentlich brummen......aber hier brummte nichts mehr - die Türen verschlossen, das Umfeld verwahrlost....eine Schande.

Nachdem wir das Hotel hinter uns gelassen hatten führte der Weg an einem Seitenarm der Salm entlang. Hier merkte man sehr deutlich, dass es viiiiiel zu trocken für die Jahreszeit war. Der Seitenarm war fast trocken, modriger Geruch aus den verbliebenden Pfützen stieg in die Nasen. In einem normalen Frühjahr schaut es hier sicher ganz anders aus, wenn ausreichend Wasser vorhanden ist. Ein Bad in diesem Sotter wollte man uns nicht vergönnen, was aber auch kein Problem war, denn schon nach kurzer Zeit erreichten wir wieder die Salm, die noch ausreichend Wasser führte.

Wir hatten nun schon beinahe die Hälfte der Etappe geschafft und noch kein einziger Wanderer, der unseren Weg kreuzte, uns überholte oder entgegenkam. Es war einfach nur herrlich abgeschieden und es bereitete eine wahre Freude, hier umherzuwandern.

über diese Brücke geht es zur nächsten Mühle

Es war nun langsam an der Zeit eine kleine Rast einzulegen. Normalerweise hatten sich Herrle und Fraule zur Gewohnheit gemacht, bei Wanderungen von mehr als 20 km mindestens 2 längere Pausen einzulegen, die Strecke quasi zu dritteln. Aber auf der heutigen Etappe liefen die beiden da vorne wie die jungen Grashüpfer und vergaßen schonmal glatt die erste Pause.

Aber jetzt wo wir auf "Halbzeit" der heutigen Tagesetappe zusteuerten, forderte ich meine wohlverdiente Pause ein und steuerte auf eine schön gelegene Bank zu. Da hatte ich die Möglichkeit und konnte mich in den Schatten legen, während die Bänke zuvor meist in praller Sonne lagen. Ich bin ja nun nicht mehr der Jüngste Wanderhund und da nehme ich mir von Zeit zu Zeit einige Freiheiten heraus......also hin und wieder zumindest. Eigentlich immer öfter und wenn ich recht überlege, habe ich das schon Zeit meines Lebens so gemacht ;-)

Pause......wie schön......jetzt mal einen ordentlichen Schluck aus der Pulle, während Herrle seine Brötchen futterte. Zur Feier des Tages gab's diesmal auch ein hartgekochtes Ei zum Brötchen. Man wie unfair, das roch verführerisch aber ich durfte nichts abbekommen. Stattdessen reichte man mir schnödes Trockenfutter, aber was half all das Jammern - eben, NIX.

Dann also Trockenfutter, besser als überhaupt nichts abzubekommen. Danach nochmal einen "Kurzen" gehoben, also Wasser geschlabbert und so langsam wurden die beiden wieder unruhig.

Herrle schnürte den Rucksack wieder auf den Buckel und so zogen wir gemeinsam wieder los.

so schaut eine Bank aus, wenn wir fertig sind mit unserer Pause - kein Papierchen, kein Müll...;-)
Den einzigen Wermutstropfen erreichten wir dann etwa 30 Minuten später, was das Wanderhighlight ein wenig dämpfte - die Salmtalbrücke.

Im ersten Moment könnte man meinen "oh toll....eine schöne Brücke im noch schöneren Salmtal", ja könnte man. Das Dumme an der Sache war halt nur, dass es sich bei dieser Brücke um eine Autobahnbrücke handelte, die die A60 über das Salmtal führte - und wir direkt darunter hindurch.





Aber so ist das eben bei einer Streckenwanderung. Um schöne Punkte zu erreichen, muss man auch hier und dort mal weniger attraktive Abschnitte ertragen.

Nachdem wir unter der Autobahn hindurchgeschlüpft waren, wanderten wir etwa für 200 Meter neben dieser weiter und erreichten schliesslich den Ort Landscheid, wo wir gleich die erste Strasse nach links abbogen und uns am Ortsrand an Landscheid vorbeischlichen.

Herrliche Vorgärten konnte man hier sehen, überall blühte und duftete es und weil wir eben am Ortsrand waren, konnten wir einen wunderschönen Ausblick geniessen, der über sanfte Hügel und Felder führte. Obwohl hier die Autobahn unweit entfernt und noch immer zu vernehmen war, so störte sie überhaupt nicht.






Wir trafen am südlichen Ortsrand auf die Maarstrasse und verliessen nun die letzten Häuser und folgten dem Weg zwischen Feldern hindurch hinunter ins Kailbachtal. Dieses kleine Tal brachte uns an Buntsandsteinfelsen vorbei und führte uns schnurstracks wieder unserer liebgewonnen Salm zu.





Das Salmtal wollte uns einfach nicht mehr hergeben und verwöhnte uns auf den letzten Kilometern mit Natur pur. Die Laubbäume waren gerade dabei, ihr Laub auszubreiten, teilweise schien es, als bildeten sie einen nicht enden wollenden Torbogen, durch welchen wir nun durchwanderten.





Noch einmal einen leichten Anstieg hinauf, da erreichten wir eine Lichtung auf welcher Jugendliche gerade dabei waren, so eine Art "Tipi-Zelt" aufzubauen. Es hatte den Eindruck, als würde hier eine Fete vorbereitet. Der Blick über dieses Tal indes war einfach nur wunderschön.

bitte im Vollbildmodus betrachten
Der Weg führte uns weiter den Hang hinauf und nur ein wenig später erreichten wir eine kleine Anhöhe, von welcher wir unser heutiges Etappenziel erstmals zu sehen bekamen. Bruch liegt in einer kleinen Talsohle, eingerahmt von sachten Hügellandschaften. Der Ausblick hinunter ins Tal war grandios aber ehe wir den Ort nun erreichten, mussten wir noch eine kleine Schleife um den Berg wandern.

unser heutiges Reiseziel - Bruch

Wir kamen nun an Weideflächen vorbei, wo wir mittels Täfelchen darauf aufmerksam gemacht wurden, dass hier freilaufende Tiere gehalten würden und wir bitte unsere Hunde anleinen möchten.

Da aber weit und breit keine Tiere zu sehen waren, durften Momo und ich "offline" bis an die Ortsgrenze mitlaufen, ehe wir dann doch an die Leine mussten.

die Apfelblüte beginnt

ich checke hier gerade die letzte Rastmöglichkeit vor dem Ziel

komischer Hund ?!

der könnte sich auch mal rasieren...

Es war geschafft, nach etwa 6 Stunden hatten wir unser Auto erreicht und jetzt bekamen wir erstmal einen guten Schluck Wasser.

herrlich restauriertes Gebäude...

...nebst dazugehörigem Nebengebäude

Herrle indes machte sich noch schnell auf den Weg hinüber zur Burg, um dort ein paar Bilder zu machen. Auf dem Weg dorthin kam er an einem Grundstück vorbei, wo mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ein Steinmetz wohnhaft sein dürfte. Überall standen wunderschöne Steinfiguren, im Hof, auf der Mauer, im Garten und der "Pitt" hatte sogar noch eine Geschichte zu erzählen.

Burg Bruch Hofseite

Burg Bruch Rückseite

schaut ein wenig mitgenommen aus

Mundart

'n Pfeifchen gefällig?

der bepackte Pitt

Rasselbande

Mutter mit Kind

13 Etappen - und alles war gut gegangen. Keine Blessuren, niemanden verloren. Das war der Beweis, dass die 13 einfach keine Unglückszahl sein konnte. Zufrieden und glücklich machten wir uns alle gemeinsam auf den Nachhauseweg.

Ein kurzer Ausblick auf die kommende Etappe - die Königsetappe des Eifelsteiges. Mit ausgewiesenen 27,7 km und einigen Höhenmetern wartet ein echter Hammer auf uns. Da Herrle viele Fotos auf seinen Runden macht, dauern unsere Runden erfahrungsgemäß einiges länger, als wenn man diese Strecken einfach nur abwandert.

Aus diesem Grunde haben wir jetzt schon beschlossen, die kommende Etappe aufzuteilen. Der Ort Zemmer bietet hier eine ideale Möglichkeit die 14. Etappe zu halbieren. Auf halber Strecke gelegen, werden wir daher in Zemmer einen Zwischenstopp einlegen und aus den 15 Eifelsteigetappen kurzerhand halt 16 machen ;-)

Ausserdem wartet in Zemmer noch Paul auf meinen Besuch. Ihr kennt Paul nicht? Nun.....ob Paul ebenfalls ein Wanderhund ist kann ich ehrlich gesagt noch garnicht beantworten. Ich weiss nur, dass Paul meine Eifelsteig-Reise mitbekommen hat und diese nun aufmerksam verfolgt. Das Fraule vom Paul arbeitet im Café am Eifelsteig und was liegt da näher, als dort mal vorbeizuschaun?

Ich werde Euch von meinem Besuch dort auf alle Fälle berichten und wenn Paul an diesem Tage dort sein sollte, dann stelle ich ihn Euch in meinem nächsten Bericht gerne vor.

Bis es aber soweit ist, verabschiede ich mich für heute und wünsche Euch allen eine schöne Zeit. Bis bald mal wieder, wenn es heisst: 14.Etappe - Teil 1.

Euer Indy






Kommentare:

  1. Ja, jetzt funktioniert es.
    Also noch mal, totaaaaal schöne Fotos.
    Mal sehen dass ich schleunigst mal ne Runde dort drehe :-) und ohne nennenswerte Steigung kommt mir momentan seeehr entgegen.

    LG Elke

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    1. juhuuuuu....es geht wieder. Das muss aber schon länger so sein, denn mir war aufgefallen, dass ich kaum noch Kommentare bekommen habe.

      Solange mir aber keiner einen heissen Tipp gibt, kann ich da aber nix finden.

      Vielen lieben Dank liebe Elke, dass du mir immer treu geblieben bist und mir sofort Meldung machst, wenn da was nicht stimmt ;-)

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  2. Hat mir wunderbar gefallen dein Bericht. Auch ich war im Frühling dort unterwegs; so was von schön!!! Und mit dem Salmtal gebe ich dir recht: eine Perle! Habe teilweise an denselben Stellen Bilder gemacht. Und auch wir haben in Zemmer übernachtet auf der nächsten Etappe; liegt ja quasi direkt neben dem Eifelsteig. Wünsche euch noch viel Wanderfreude. Guido

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    1. Lieber Guido,

      vielen Dank für deinen Kommentar in meinem Blog. Ja das Salmtal hat mich echt überrascht, zumal man dort immer nah am Wasser ist, was auf dem Lieserpfad (zumindest auf dem Teil, wo auch der Eifelsteig verläuft) meist eher nicht der Fall ist.
      Das Ziel rückt in greifbare Nähe.....noch 3 kleine Etappen *hüstl* dann ist es vollbracht.
      Dir und Deinen Lieben noch ein schönes Wochenende ;-)

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    2. Aus meiner Erfahrung: die Etappe bis Zemmer ist lieblich und nett, aber eher Übergangsetappe - quasi als Vorbereitung auf das große Finale :-)

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    3. Hallo Guido,

      solche "Übergangsabschnitte" gibt es ja einige auf den 317 km, ist also gar nicht mal schlimm. Bisher hatte jede einzelne Etappe seinen ganz gewissen "Pfiff" und so denke ich, wird es auch auf der Etappe 14-Teil 1 sein ;-)
      Mal abwarten, was die Kamera da so alles einfangen wird.

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  3. hallo, hier ist der Paul vom Cafe, toll dein Bericht, besonders vom Salmtal ( sagt mein Fraule, sie ist dort geboren und wurde beim Lesen ganz sentimental, Weiber halt.) also klar bin ich auch ein Wanderhund. Allerdings nicht so ein Profi wie du einer bist.Gerne würde ich dich hier bei mir in Rodt begrüssen wenn du mir sagst wann du kommst, würde ich sogar meinen freien Tag verschieben und uns einen (Hunde-) Kuchen backen. Bis dahin, ich freu mich, Paul aus Rodt

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    1. Hey Paul,

      schön mal was von Dir zu hören bzw. lesen :-)
      Die genaue Planung liegt noch nicht vor. Eigentlich wollten wir am kommenden WE wieder einsteigen, aber Fraule hat sich am Fuß was wegmachen lassen, weshalb längere Wanderungen jetzt erstmal pausieren müssen. Ich denke es geht so Richtung Pfingsten, da bis dorthin noch einige Termine anstehen.
      Aber ich melde mich - versprochen. Lass mir doch so'n Hundekuchen net entgehen ;-)

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