Sonntag, 18. Mai 2014

Etappe 14.1 von Bruch nach Zemmer



Am vergangenen Sonntag war es mal wieder soweit – endlich auf dem Eifelsteig unterwegs.  Bevor es soweit kam, erreichte uns zunächst eine Anfrage, wann wir denn das nächste mal unterwegs seien und ob man eventuell mitwandern könne.

Mitwanderer? Auf dem Eifelsteig? Warum eigentlich nicht, denn das bedeutet potentiell 2 Hände mehr, die wunderbare Leckerchen verteilen konnten, also habe ich meinem Herrle schnell zu verstehen gegeben, dass ich das für eine echt tolle Idee hielt und so verabredeten wir uns. Okay…..es war nicht einfach „nur“ eine Mitwanderin – es war Familie ;-)

Aber trotzdem – ich fand es schön, dass jemand Interesse an unserem „Unterfangen“ zeigte und somit nun ein Teil davon werden sollte.

Eigentlich wanderten wir die bisherigen Etappen ja so ab, wie sie auf der Homepage www.eifelsteig.de beschrieben sind, aber diesmal änderten wir unser Vorhaben aus genau 2 Gründen.

Grund 1: Herrle knipst ja wie dolle seine Bilder und somit schleichen wir mehr über den Eifelsteig, als das wir wandern. 30 km an einem Tag – da würden wir Probleme mit dem Tageslicht bekommen, so seine Sorge. Ich persönlich denke, dass es sich dabei lediglich um eine vorgeschobene Ausrede handelte, damit der nicht die ganze Etappenlänge wandern musste. Tun wir mal so, als würde ich es ihm abkaufen ;-)

Ja und dann noch Grund 2: unsere Mitwanderin…..sie wandert halt nicht regelmässig und dann aus dem Stand einfach mal eben 30 km abliefern, dazu auf einer Etappe, die als „schwer“ eingestuft wurde, das brauchte wohl niemand. Also verständigte man sich relativ schnell darauf, die Etappe zu teilen, um diese dann in Zemmer zu unterbrechen.

Achja…Zemmer….da gibt es ja auch noch einen 3. Grund, warum wir nicht die ganze Etappe erwandert hatten. Da stand ja noch ein Besuch im „Cafe am Eifelsteig“ aus, den ich Paul ja quasi in die Pfote versprochen hatte. Dazu komme ich später aber nochmal ausführlicher zu sprechen - lasst uns jetzt endlich mal loswandern ;-)

Gegen 11 Uhr hatten wir unsere Autos platziert und konnten endlich starten. Der Start in Bruch war nicht besonders einladend, da dieser unmittelbar an der Hauptstrasse entlangführte und uns, nur durch Leitpfosten getrennt, vom Verkehr trennte. Dieser Abschnitt dauerte aber nur kurz an, ehe der Pfad erstmals bergauf in den Wald führte.

Burg Bruch



Einstieg in den Meulenwald
Um es gleich vorweg zu nehmen, die heutige Etappe führte uns überwiegend durch den Meulenwald – ein wunderschöner Wald, der im Jahre 2012 zum „Waldgebiet des Jahres“ erkoren wurde. Herrle könnte hier nun ein Waldbild nach dem anderen einstellen, er hatte wirklich einige gemacht, aber um den Wald wirklich zu erfahren, solltet ihr euch die Wanderschuhe schnüren und diesen auf eigenen Füßen/Pfoten erkunden. Dieser Wald ist ein Erlebnis, das man kaum treffend beschreiben kann.
Etliche Wege und Schleifen durchziehen diesen Wald, wo man nach Herzenslust kombinieren kann. Wir werden dem Meulenwald sicher nochmal einen Extrabesuch abstatten. Wer dazu mehr Informationen benötigt, kann diese unter  http://www.die-schoensten-wanderwege.de/Erlebnisschleife-Meulenwaldroute heranziehen. Im Übrigen möchte ich an dieser Stelle den Hauptlink gerne empfehlen, viele wundervolle Strecken werden hier vorgestellt, die man sich mühelos auf ein (vorhandenes) GPS-Gerät herunterladen kann. Stöbert da einfach mal ein wenig rum ;-)

ein Waldschachbrett


Für uns bedeutete die überwiegend waldig verlaufende Etappe am heutigen Tage, dass der Wanderbericht etwas kürzer ausfallen würde, da auf der ersten Hälfte dieser Etappe einfach die wirklichen Highlights, wonach es jeden Wanderer lechzt (Aussichtspunkte, Fernblicke) Mangelware waren. Aber versteht es bitte nicht falsch, dies soll die Etappe in seinen Eindrücken ganz sicher nicht schmälern. Diese Etappe war eher etwas zum „Hirn aushängen“. Zwar fehlten die weiten Blicke, dafür aber gesellten sich munter zwitschernde Vögel in den Baumwipfeln, deren Gesang man als unglaublich beruhigend empfand.

So wanderten wir also gemütlich und entschleunigend den Meulenwald entlang, ehe dieser uns unmittelbar vor der Ortschaft Gladbach wieder „ausspuckte“. Dem Mühlenweg und später der Neustrasse entlang folgten wir dem Wegeverlauf nun und passierten quasi den kompletten Ort, ehe ein kleiner Hinweis darauf aufmerksam machte, dass unser Weg nun wieder in den Wald hineinführte.

Ein kurzes Stück durch schöne Buchenbestände folgte nun, ehe wir weiter oben auf eine der wenigen Freiflächen für heute gelangten. Direkt vor uns lag Greverath, rechts davon starteten Frachtflugzeuge von der Militärbasis „Spangdahlem“, welche wir schon auf der letzten Etappe sehen konnten.






Die Wolken am Himmel sahen einfach umwerfend aus. Selbst mir gefielen diese ausgesprochen gut und Herrle knipste mal links vom Weg, mal rechts, ach nein……doch nochmal von links. Oder sollte er vielleicht ein Panorama von links NACH rechts machen? Er hatte sichtlich Probleme damit, sich zu entscheiden.

Apropos entscheiden……ich entschied, dass ich eine Pause brauchte. Auf den Freiflächen brannte die Sonne echt schon heftig, was sich mit nunmehr fast 9 Jahren auch bei mir auszuwirken begann. So beschlossen wir also einstimmig, dass die nächste Bank unsere sein würde und schon im Ort Greverath sollte sich diese Gelegenheit ergeben. Eine Bank, schön schattig unter Bäumen auf saftigem Gras – genau das richtige für mich und Momo. 

Die Bäume hielten die heisse Sonne von oben fern, während das frische Gras von unten eine angenehme Kühlung verschaffte. Nachdem wir (also Momo und ich) unser wohlverdientes Wasser bekommen hatten, gingen auch schon bald unsere Äuglein zu. War aber auch einfach gemütlich hier im Schatten. ;-)

Herrle, Fraule und unsere Mitwanderin vertilgten derweil ihren kompletten Proviant, während sie auf der Bank Platz nahmen, die in der Sonne lag. Versteh einer die Menschen…..was kann daran nur so toll sein, wenn einem die Sonne auf den Schädel brennt? Naja, ihnen schien es jedenfalls zu gefallen, denn sie quatschten vergnügt herum und stellten fest, dass wir die Hälfte der heutigen Wanderung ja schon geschafft war. Allerdings stellte das „Dreigestirn“ noch etwas anderes fest – die Wanderung würde am frühen Nachmittag ihr Ende finden, was die Notwendigkeit auf den Plan rief, die anschliessende Einkehr neu zu planen. 

Es war ursprünglich geplant, nach der Wanderung im Gasthof „Rotbuche“ einzukehren, wo auch unser Auto stand. Es waren sich aber alle einig, dass es für deftige Hausmannskost definitv zu früh wäre. Was also tun? Es gab noch die Option, zuerst noch nach Zemmer zu wandern, um dort gemütlich bei Kaffee und Kuchen zu sitzen und dann von hier wieder zurück zu dem Gasthof zu wandern. Dann aber würden wir wiederum zu spät dran sein, da unser Wanderbesuch ja noch zum Bahnhof musste. Ganz schön verzwickt die Angelegenheit. Später aber fand sich die Lösung dieses Problems quasi von selbst, doch dazu später mehr ;-)

So, die Pause hatte nun lang genug gedauert, ich würde gerne weiterwollen. „Können wir dann endlich weiter?“ und schaute in die Runde mit vorwurfsvollem Blick. Aber es funktionierte ;-). Kaum dass ich nervös hin und her tippelte, fanden die Rucksäcke wieder ihren angestammten Platz auf den Rücken des „Dreigestirns“ und wir zogen gemütlich weiter. Über die Strassen „Zum Weißenstein“ und „Hubertusstrasse“ durchquerten wir den Ort und fingen direkt am Ortsausgang noch schnell die wundervolle Landschaft ein, ehe ein Wegweiser darauf aufmerksam machte, dass wir uns nun schnurstracks auf das „Steinesseberchen“ zubewegten. Was das wohl sein mochte? Fraule hatte die Idee, dass es sich dabei um eine Quelle handeln könnte. Herrle indes hatte keinen Plan und fotografierte stattdessen das Schild.






Jetzt tauchten wir wieder in den Wald hinein, der sich immer wieder wandelte. Mal schlichte Monokultur, mal Mischwald und auch richtig schöne Laubwaldpassagen wechselten sich hier ab, während der Weg selbst die ganze Zeit über stetig bergan führte.

Auf halber Strecke fanden wir sogar sehr seltene Pflanzen vor, hier zum Beispiel das äusserst seltene „Sonnenbrillenblatt“.


Ja und wie wir da alle so vor uns herwanderten, tauchte wie aus dem Nichts plötzlich diese Infotafel auf – das "Steinesseberchen". Und siehe da, Fraule hatte tatsächlich Recht gehabt, es handelte sich dabei um eine Quelle. Herrle murmelte so etwas wie „…war ja wieder mal typisch….“ und stillschweigend fotografierte er die Infotafel. Direkt neben der Quelle hatte man eine nette Rastmöglichkeit eingerichtet, mit schönen Sonnenliegen. Hier konnte man herrlich ruhen und dem fröhlichem Gezwitscher der Vögel in den Bäumen lauschen.



Unser Weg indes, führte uns weiter nach oben und noch einmal öffnete der Wald sein Laubkleid und gewährte einen kurzen Ausblick, ehe er uns wieder verschluckte. Für „Weitsicht-Wanderer“ war diese Etappe bis hierhin sicherlich nicht das Erhoffte, aber ich war richtig happy im Wald und Herrle ist ohnehin ein Waldmensch.

 
Irgendwann vernahmen wir Strassengeräusche, unser heutiges Etappenziel – Gasthof Rothaus, war fast erreicht. Der Meulenwald lief noch einmal zur Höchstform auf und entführte uns durch traumhafte Waldpassagen. Obwohl die Strasse immer näher kam, war diese quasi erst zu sehen, als wir aus dem Wald heraustraten um selbige dann zu überqueren.



Da standen wir nun – am Ziel der heutigen Etappe, oder doch nicht? Man schaute auf die Uhr und nun war genau das eingetreten, was zuvor schon befürchtet wurde. Wir waren zu früh für ein deftiges Essen, aber eigentlich auch schon zu spät für Kaffee und Kuchen. Sollten wir doch noch hinüberwandern zum Café am Eifelsteig und dann wieder zurück zum Essen hier? Aber dann lägen die beiden „Mahlzeiten“ doch sehr dicht beieinander, was ja auch nicht soooo dolle war. Nach einigem hin und her einigte man sich dann darauf, mit dem Auto zum Café überzusetzen und hier den Tag ausklingen zu lassen. 

Also husch husch, ging’s ab ins Auto. Alle entledigten sich ihrer Wanderschuhe und schlüpften in gemütlichere Treter und dann war mein großer Moment gekommen. Ich hatte mich ja tagszuvor im Café angekündigt. Der Paul (so wie ich der Wanderhund bin, ist er der Caféhund) hatte von mir gehört und da er den Eifelsteig kannte, wusste er, dass ich beim ihm direkt vor der Nase vorbeikommen würde. Naja und irgendwie ergab es sich dann, dass er mich einlud, doch bei ihm mal vorbeizuschaun.

Keine 10 Minuten später standen wir vor Paul’s Café, während Herrle hineinging, nahmen wir draussen eine Tischgruppe in Beschlag und machten es uns gemütlich. Herrle fragte drinnen nach, ob es in Ordnung wäre, wenn wir uns draussen breitmachten und erwähnte Paul, da drehten sich plötzlich die Köpfe und es schallte die Frage durch den Raum: „…..ist das Indy der Wanderhund?!“
Mensch, da waren aber alle baff. Herrle kam heraus, grinste bis hinter beide Ohren. Unmittelbar hinter ihm trat die Betreiberin des Cafés an den Tisch, reichte uns sofort frisches Wasser und fragte ob wir Leckerlies haben dürften. 

„Hallo? Soll das eine Frage sein?? Natürlich durften wir Leckerlies haben und zwar genau HIER und JETZT!“

Oh und nur wenige Augenblicke später lagen jede Menge davon vor mir und Momo, die waren vielleicht lecker sag ich euch! Also da müsst ihr unbedingt mal vorbeischaun.
Und im übrigen waren alle unheimlich nett zu mir und Momo und natürlich auch zum Rest meiner Truppe. Man unterhielt sich angeregt und lang, eben wie es der Betrieb im Café zuliess. Nachdem alle mit Kuchen und Getränken versorgt waren, betrat ein Herr das Café und kündigte eine weitere Wandergruppe an. Herrle hörte etwas von wegen „…Wanderhund ist da!“ und sah wie sich dessen Kopf zu uns wandte mit den Worten: „….nun, dann wird es gleich lustig werden“.

Was er damit genau meinte, erschloß sich mir zunächst nicht, aber Herrle war gewarnt. Sein Blick ging hinunter zur Strasse, wo sich die Wandergruppe gerade näherte und mit Ihnen näherte sich ein anderer Wanderhund. Dieser bemerkte mich zuerst gar nicht, weil er sich sofort auf die Wasserschüssel am Eingang stürzte. „Heyyyyy……die wurde für MICH dahingestellt!“ schoß es mir durch den Kopf, aber der „Fremde“ nahm von mir gar keine Notiz. Er schlabberte den halben Napf leer und als er damit fertig war, hatte er auch wieder Energie genug, um sich mir zu stellen.
Hab ich dem aber mal meine Meinung gegeigt, was ich davon hielt, dass er mir MEIN Wasser weggesoffen hat. Er „maulte“ noch etwas zurück, verschwand dann aber ganz schnell im Inneren des Café’s. Eigentlich hätte jetzt Ruhe einkehren können, aber ich war jetzt vollgepumpt mit Adrenalin, an Ruhe war jetzt gar nicht mehr zu denken. Zum Leidwesen des Schäferhundes, der gerade am Nachbartisch eintrudelte. Erdreistete sich eben dieser Schäferhund mich anzuschauen – MICH!!!
„Hey Du aufgeblasener und arro…..“ ja und von hier an fehlte mir plötzlich was in meinem Film. Ich erinnere mich noch, dass Herrle mich am Halsband griff und mir kurz und knapp etwas ins Ohr raunzte. Sinngemäß war es sowas wie: „….benimm dich oder du fliegst raus!“

Man….nix durfte ich. Da wurde ich blöd von der Seite angeguckt und musste es auch noch erdulden – doof……Wandern ist echt doof!

Die Betreiberin des Cafés hatte es allerdings sofort durchschaut: „na Indy, bist du hier schon der Chef?“ fragte sie. 

Blöd nur, dass Herrle da ganz anderer Meinung war und nachdem er mir seine Sicht der Dinge nochmals nähergebracht hatte, ergab ich mich meinem Schicksal und nahm artig und brav unterm Tisch Platz.

Zwischendurch erkundigte man sich nach unserer Zufriedenheit und ich kann an dieser Stelle nur einen Besuch in diesem netten Café empfehlen. Wir wurden äusserst freundlich empfangen und richtig gut versorgt. Die Kuchenstücke sind hammermässig groß, also 1 Stück geht anderswo locker als 2 Stück durch ;-)

Es lichtete sich langsam wieder im Café und somit ergab sich die Möglichkeit eines weiteren Gesprächs. Dann wurden noch Fotos gemacht und seither bin ich auch auf der Facebook-Seite des Cafés verewigt. Nun war es auch für uns langsam Zeit sich zu verabschieden, ich hatte meine Bringschuld eingelöst und Paul besucht. Paul? Wo war der eigentlich?? Ahhhh….Paul wohnt nebenan und kommt wohl nur herüber, wenn nach einem anstrengendem Tag aufgeräumt wird. Gesehen hab ich ihn dann aber doch noch, er war gerade mit seinem Herrle im Garten beschäftigt und so haben wir uns mal kurz über den Gartenzaun „Hallo“ gesagt.

es war super nett bei Euch und wir kommen wieder - in die Pfote versprochen ;-)
Mal schaun…..wenn wir demnächst die 2. Hälfte der 14.Etappe in Angriff nehmen, kommen wir hier ja nochmal vorbei. Vielleicht reicht es ja nochmal für einen Blitzbesuch, der dann allerdings in den Vormittagsbereich fallen dürfte.

Zum Abschluß möchte ich Euch noch diesen tollen Ausblick von der Terrasse des Cafés zeigen – ist der nicht einfach nur toll?


Ich hoffe ihr hattet ein wenig Freude an meinem Wandererlebnis und seid wieder dabei, wenn ich auf die Zielgerade des Eifelsteiges einbiege.

Bleibt gesund und munter ;-)

Euer Indy

Kommentare:

  1. Habe jetzt erst den Blog entdeckt - super Idee! Wenn Du fertig bist mit dem Eifelsteig kannst Du vielleicht mal bei uns einen Gastbeitrag schreiben.?!?
    www.wanderreporter.de
    Viele Grüße,
    Karin
    P. S. Die nächsten Etappen sind auch sehr schön!!!

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    1. Hallo Karin,
      vielen Dank für deinen "Pfotenabdruck" in meinem Blog. Ich kann mein Herrle ja mal fragen, ob er für Eure Seite einen Gastbeitrag aufsetzen möchte. Grundsetzlich denke ich mal, wird er das sehr gerne machen, aber einen Gesamtbericht über den kompletten Eifelsteig.......eieiei.....der schreibt ja für die Einzeletappen schon halbe Romane - das wird'n dicker Wälzer *lach*.

      Seid ihr nicht auch in diesem Fatzebuch oder wie das auch heissen mag?!

      Einen lieben Gruß sendet Dir
      Indy

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